Eine Woche lang wurde in unserem Ferienprojekt gespielt, gelacht, experimentiert und vor allem: Theater gemacht. Die Teilnehmenden tauchten täglich für vier Stunden in die Welt von Rollen, Geschichten, Bewegung und Ausdruck ein und entwickelten dabei nicht nur Szenen, sondern auch wichtige persönliche und soziale Fähigkeiten weiter.
Der Einstieg gelang über Kennenlern- und Vertrauensübungen. Durch Bewegungs- und Namensspiele wuchs die Gruppe schnell zusammen. Die Kinder und Jugendlichen erlebten, dass ihre Ideen willkommen sind und dass es im Theater kein „richtig“ oder „falsch“ gibt. Diese Erfahrung stärkte viele darin, sich mehr zuzutrauen und sichtbar zu werden.In Übungen zu Körper und Stimme erweiterten die Teilnehmenden ihre Ausdrucksmöglichkeiten. Sie probierten aus, wie Gefühle über Haltung, Mimik oder Lautstärke wirken, und lernten, sich auf einer „Bühne“ zu präsentieren. Gleichzeitig wurde die Wahrnehmung füreinander geschult: Wer aufmerksam hinschaut und zuhört, kann gut zusammenspielen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Kooperation und Teamarbeit. Ob beim gemeinsamen Bewegen imaginärer Gegenstände oder in spontanen Improvisationen – die Gruppe musste Absprachen treffen, Impulse aufnehmen und flexibel reagieren. Dabei zeigte sich immer wieder, wie unterstützend die Teilnehmenden miteinander umgingen und wie aus einzelnen Ideen gemeinschaftliche Szenen entstehen konnten.
Zur Wochenmitte entwickelten die Spielerinnen und Spieler eigene Charaktere. Unterschiedliche Persönlichkeiten wurden erfunden, ausprobiert und mit viel Fantasie auf die Spielfläche gebracht. Das Hineinversetzen in andere Rollen förderte Empathie, Perspektivwechsel und kreatives Denken.
Am Donnerstag setzten die Gruppen ihre Erfahrungen besonders eindrucksvoll um: Die Teilnehmenden aus Klasse 6 und 8 entwickelten eigene Stücke und brachten diese zur Aufführung. Von der ersten Idee bis zur Präsentation übernahmen sie Verantwortung für den Ablauf, unterstützten sich gegenseitig und wuchsen sichtbar über sich hinaus.
Am Freitag ließen wir die Projektwoche in einer gemeinsamen Abschlussrunde ausklingen. Alle erhielten eine Urkunde als Anerkennung für ihren Einsatz, ihren Mut und ihre Entwicklung während der Woche. Zusätzlich bekamen sie eine Einladung zur Theater-AG – als Möglichkeit, weiterzumachen und ihre neu entdeckten Stärken auszubauen. Danach wurden noch einmal Lieblingsübungen der Gruppe gespielt und ein weiteres kleines Stück gemeinsam entwickelt und präsentiert.
Wir blicken auf eine intensive Woche zurück, in der Selbstvertrauen wachsen konnte, neue Freundschaften entstanden sind und viele Talente sichtbar wurden. Theater hat hier nicht nur Kreativität gefördert, sondern Gemeinschaft erlebbar gemacht.
